Wenn aus Krisen Neues entsteht
„Wie hätte ich es vermeiden können?“, fragt sich Myriam. Aber hätte sie es wirklich vermeiden können? War es nicht einfach notwendig, dass der lange aufgestaute Ärger sich irgendwann Bahn bricht?
Vieles hatte sich schon angesammelt. Vielleicht auf beiden Seiten. Zumindest aber sicher bei Myriam. Und jetzt war es einfach genug. Sie wollte sich selber schützen, nicht mehr weiter über ihre eigenen Grenzen gehen und ihrem Gegenüber ein klares „bis hierher und nicht weiter“ signalisieren. Das Gespräch hat unschön geendet. Vorwürfe stehen im Raum. Alles fühlt sich ungewohnt, schwer und distanziert an. Ob es jemals wieder so werden kann wie vor der Auseinandersetzung?
Myriam denkt über die Auslöser nach, lässt den Streit Revue passieren und sieht inzwischen vieles klarer. Sie braucht Verlässlichkeit, klare Kommunikation und Verbindlichkeit.
Wie kann sie in Zukunft dafür sorgen?
Mehr Klarheit, wenn es um Terminvereinbarungen mit Susanne geht. Eigene Erwartungen ansprechen, Verbindlichkeiten einfordern – für die ersten diesbezüglichen Gespräche legt sie sich Formulierungen wie „Das heißt, ich erwarte deinen Anruf bis spätestens 20 Uhr“ oder „Ja, du kannst bei mir übernachten. Bitte sei spätestens um 21 Uhr da.“ zurecht und spricht sie sich übungshalber immer wieder mal vor.
In einem klärenden Gespräch mit Susanne kann Myriam ansprechen, was sie verletzt und verärgert hat. Sie artikuliert ihre Bedürfnisse und fühlt sich von Susanne gehört. Ein erster wichtiger Schritt ist gemacht, die Aussprache gelungen.
Myriam will in Zukunft besser auf sich und ihre Bedürfnisse achten und Enttäuschungen direkter ansprechen. Sie nimmt sich vor, dabei geduldig mit sich selbst zu sein – Veränderungen brauchen schließlich Zeit.
Manchmal kann es sehr herausfordernd sein, sich für sich selbst einzusetzen, die eigenen Grenzen zu kommunizieren.
Manchmal ist es unglaublich schwierig, nach einem Streit wieder eine gemeinsame Gesprächsbasis zu finden.
Manchmal gelingt es nicht, liebevoll und geduldig mit sich und den eigenen „Problemzonen“ umzugehen.
Immer, wenn alles zu viel, zu anstrengend oder zu belastend wird, sind wir für Sie/dich da.
Wir haben ein offenes Ohr für alle Sorgen und Nöte: 142 oder www.onlineberatung-telefonseelsorge.at